Fussball Weltmeisterschaft Südafrica

 

Betroffen registriert Südafrika, dass sich positive Nachrichten der WM-Vorbereitungen deutlich mühsamer durchsetzen. Alle acht Teilnehmerteams des Confed-Cups äußerten sich zufrieden über die Stadien und Trainingsgelände. Als Brasiliens Delegationsleiter Antonio Carlos Nunes de Lima die WM-Vergabe an Südafrika wegen des Kriminalitätsproblems jedoch kritisierte („Es ist, als ob ständiger Krieg sei“), teilte der Verband umgehend mit, dass Spieler und Betreuer „zufrieden mit den Bedingungen“ seien. Zudem wird der Confed-Cup mit durchschnittlich rund 38.000 Zuschauern einen ähnlich hohen Zuspruch haben wie das Turnier 2005 in Deutschland – auch wenn die Fifa mit insgesamt 70.000 Freikarten für die 16 Spiele nachhalf. Kein Spiel ohne Laola-Wellen oder Gesänge auf den Rängen. „Die Fans verdienen einen Fairplay-Preis für ihre Unterstützung“, sagte Fifa-Präsident Sepp Blatter. „Alles war friedlich.“ Auch der WM-Turnierchef vor Ort, Irvin Khoza, schwärmte: „Noch nie haben wir Südafrikas Menschen so geeint gesehen. Wenn man schaut, was auf den Rängen passiert ist, ist das eine hervorragende Werbung.“

Begrenzte Erkenntnisse

Weiterführende Links             www.africa-2010.de

Gleichwohl wurde dem Schweizer Fifa-Präsidenten Blatter auch bewusst: „Es gibt Bereiche, die wir verbessern müssen.“ Konkret deutete er dabei nur Defizite im Bereich der Logistik an: „Nicht alle Fans konnten es rechtzeitig zu den Spielen schaffen.“ Trotz der positiven Bilanz sind die Erkenntnisse für die WM 2010 begrenzt. Zu ungleich sind die Größenverhältnisse: Die Spiele fanden in vier renovierten und im Umkreis von 400 Kilometer liegenden Stadien statt. „Unsere besten Stadien kommen erst noch“, sagt Organisationschef Danny Jordaan über die sechs neu gebauten Arenen. Doch bei der WM wachsen auch die Entfernungen – Südafrikas Fläche ist fast vier Mal so groß wie die Deutschlands. Über 90 Prozent der Zuschauer waren Südafrikaner, die mit den Gegebenheiten im Land bestens vertraut sind. Ihr Anteil wird bei WM-Spielen nicht zuletzt wegen der hohen Preise deutlich geringer sein: Anstelle von wenigen Tausenden werden zur WM 450.000 Fans erwartet. Zudem Staatsgäste wie der US-Präsident Barack Obama. Jordaan ahnt: „Die organisatorische Dimension wird eine andere.“